Credit Foto: Bufo2018

Auch in diesem Jahr zeigt das Metropolis Kino in Hamburg im Rahmen des Filmforums in der Zeit vom 13. bis 16. April aktuelles Kino aus Finnland. Eröffnet wird das Filmforum mit dem neuesten Film von Juha Lehtola, The Human Part (Ihmisen osa). Es ist eine humorvoll erzählte Geschichte eines Menschen, der im verzweifelten Versuch, eine längst zerbröckelte Fassade aufrecht zu erhalten, zu sich findet und endlich seine eigene unmögliche Situation erkennt. Das Comedy-Drama wurde im November 2018 im offiziellen Wettbewerbsprogramm des Tallinn Black Nights Film Festival uraufgeführt. Der Hauptdarsteller Hannu-Pekka Björkman hat kürzlich bei den Finnish Film Awards die Auszeichnung als „Best Actor“ 2018 erhalten.

In Fuck Off 2 – Bilder aus Finnland (Perkele 2 – Kuvia Suomesta), ein Sequel zum Kult-Dokumentarfilm Perkele (1971) nimmt Jörn Donner erneut die Verhältnisse in Finnland aufs Korn. Wie schon zu Beginn der 70er-Jahre macht Donner sich mit seinem Team auf, die Finnen zu befragen: Was treibt sie um, was wünschen sie sich für ihre Zukunft?

Mit One Last Deal (Tuntematon mestari) hat Klaus Härö einen stillen, wunderschönen Film über das Älter werden, den Wandel der Generationen und den ewigen Konflikt zwischen Beruf und Familie gedreht.

Das Filmforum Finnland 2019 wird in Kooperation mit der Finnisch-Deutschen Handelsgilde, dem Honorarkonsul von Finnland, der Deutsch-Finnischen Gesellschaft und den Nordischen Filmtagen Lübeck durchgeführt.

Das Programm:

Sa 13. April 2019, 19.00 Uhr
Eröffnung des Filmforums mit anschließendem Filmgespräch
Eröffnungsfilm: The Human Part (Ihmisen osa)
finn. OF mit engl. UT,
FIN/DK 2018, Juha Lehtola

So 14.4. 19.30 Uhr
Fuck Off 2 – Bilder aus Finnland (Perkele 2 – Kuvia Suomesta)
OF mit engl. UT
FIN 2017, Jörn Donner

Mo 15.4. 19.00 Uhr
Di 16.4. 17.00 Uhr
One Last Deal (Tuntematon mestari)
OF mit engl. UT
FIN 2018, Klaus Härö,

Metropolis Kino
Kleine Theaterstraße 10, Tel: 040-342353

Weitere Informationen: Flyer

Foto: Sauna from Finland, Harri Tarvainen

Wir Finnen wissen es schon lange, aber nun ist es auch offiziell. Bereits zum zweiten Mal in Folge hat es Finnland auf Platz eins im UN-Ranking der glücklichsten Länder der Welt geschafft! Das besagt der aktuelle Weltglücksreport, der am „Weltglückstag“ bei den Vereinten Nationen in New York veröffentlicht wurde.

Der Bericht zeigt auch, dass es den nordischen Ländern generell gut geht: Dänemark rangiert auf Platz zwei, gefolgt von Norwegen und Island. Schweden liegt auf Platz sieben.

Was macht denn die Finnen so glücklich? Dafür hat jeder seine ganz persönlichen Gründe, aber die saubere Natur, das gute Bildungssystem, die gefühlte Sicherheit und die Chancengleichheit, die in Finnland einen besonders hohen Stellenwert besitzt, tragen sicherlich wesentlich dazu bei. Mit „sisu“ trotzen die Finnen den Widrigkeiten des Lebens und des Klimas und genießen die Wärme und die heilende Wirkung ihrer unzähligen Saunas. Wer kann da schon unglücklich sein?

Der seit 2012 veröffentlichte Glücksreport basiert auf Gallup-Umfragen und vergleicht 156 Länder. Diesmal konzentriert sich der Bericht auf das „Glück in der Gemeinschaft“ und wie soziale Medien und Technologie, soziale Normen, Konflikte und die Regierungspolitik das Glück des Einzelnen beeinflussen.

Die Bürger wurden gefragt, wie glücklich sie sich selbst fühlen. Zudem wurden Faktoren wie Bruttoinlandsprodukt, Lebenserwartung, das soziale Angebot für Bedürftige und das gemessene Vertrauen der Befragten in Regierung und Wirtschaft berücksichtigt. Ziel des Rankings ist es, Regierungen weltweit zu einer besseren Politik zu bewegen.

Finnland – Land der Seen und der starken Frauen! Letzteres beweisen die vier Ausnahmesängerinnen und Instrumentalistinnen der Gruppe Suden Aika, (Zeit der Wölfe) seit mittlerweile 15 Jahren. Aus bis zu 1000 Jahre alten Sagen, Zaubersprüchen und Gedichten, ergänzt durch eigene Songs im lyrischen Metrum des finnischen Nationalepos Kalevala, formt das Quartett kraftvolle Vokalstücke, die behutsam von finnischer Kantele, Flöten und Perkussion begleitet werden.

Mit ihrem einzigartigen Ensemble-Klang ziehen Suden Aika ihr Publikum geradezu magisch in den Bann. „Eine betörende, hoch ästhetische Darbietung“ oder „A capella par-excellence“ – so oder ähnlich euphorisch fallen die Reaktionen von Presse und Publikum aus. Dass die Musik und die Lieder eine entspannende, bisweilen mystische Wirkung entfalten, erklärt Katariina Airas, die das Quartett 2003 mitgegründet hat, im perfekten Deutsch so: „Im Zentrum steht zumeist die Harmonie zwischen den Elementen der Natur und dem Menschen, was durch die musikalischen Harmonien der nordischen Folkmusik noch unterstrichen wird. Selbst wenn die Zuhörer die gesungenen Texte nicht verstehen, ahnen sie schnell, worum es geht. Denn letztlich ist es die Musik, die die Geschichten erzählt.“ Und weiter sagt sie: „Wir sind kein Quartett im typischen Sinne. Die klassische Aufteilung in zwei Sopran- und zwei Altstimmen gibt es bei uns nicht. Wir singen alle sowohl die ganz hohen als auch die tiefen Töne und oft pendeln unsere Stücke zwischen leisen und explosiven Passagen.“

Auf ihrem sechsten Studioalbum Sisaret (Schwestern) singen Katariina Airas, Liisa Matveinen, Veera Voima und das neue Mitglied Karoliina Kantelinen (die auch Mitglied bei Värttinä ist ) vorwiegend aus dem Leben von Frauen und deren Erfahrungen – von der Jugend bis ins hohe Alter. „Lasst uns feiern, tanzen, ungezwungen essen und trinken“ lautet sinngemäß die Aussage im gleichnamigen Titelstück, das ganz im Zeichen einer unbeschwerten Jugend steht und ebenso fröhlich und ausgelassen daherkommt wie der Opener „Tammikkinen“. Dort heißt es: „Beginne einen wilden Tanz und warte, bis du einen Mann findest. Einen Jäger, so stark, dass du dir unter seiner Decke vorkommen wirst, als wenn du in der Sauna bist.“ Ein Stück, das Elemente aus der bulgarischen und der afrikanischen Gesangstradition enthält, während „Pakene, Paha“ auf einen alten Zauberspruch zurückgeht, den die Setukesen – ein finno-ugrisches Volk im Südosten Estlands – verwendeten, um Krankheiten und böse Geister zu vertreiben. „Mit Vera haben wir eine große Expertin, die viel über Gesangstraditionen auf der ganzen Welt weiß. Diese greifen wir auf. Nicht, um sie zu imitieren, sondern um uns von ihnen inspirieren zu lassen“, unterstreicht Airas.

In den Stücken von Suden Aika begegnen den Hörenden auch immer wieder mystische Gestalten wie die Göttin Muarie. „Sie ist der Legende nach eine kleine Frau, die im Himmel darauf wartet, dass Menschen, die sich verletzt haben, sie um Hilfe rufen“, erklärt Airas. Mit ihren Zaubersprüchen kann die Göttin Brandverletzungen („Tulen Lumo“) oder Schnittverletzungen heilen („Muarie“). Um ganz und gar irdische Belange geht es dagegen in „Päiväperho“. „Wie in vielen anderen Gedichten ist das mit der Interpretation oft schwierig, da wir häufig ganz unterschiedliche Ideen und Ansichten dazu haben. Aber für mich geht es in dieser Erzählung um eine Frau im mittleren Alter, deren Traum von Ehe und Kindern wie eine Seifenblase zerplatzt, als sie merkt, dass sie sich ihrer großen Liebe getäuscht hat und sich nun fragt, ob sie für den Rest ihres Lebens allein bleiben muss“, so Airas über diese melancholische, zauberhafte Ballade.

Suden Aika:
Katariina Airas Gesang, Moraharpa,
Karoliina Kantelinen Gesang, Kantele, Perkussion
Liisa Matveinen Gesang, Kantele
Veera Voima Gesang, Flöten, Perkussion

Konzert in Hamburg:
Samstag, 13. April 2019, 20.30 Uhr, Goldbekhaus, Moorfuhrtweg 9, 22301 Hamburg
Karten: www.goldbekhaus.de/vorverkauf

Weitere Informationen:
Flyer