Finnisch-Deutsche Handelsgilde in Hamburg

FINIX – Nachhaltige Kleidung für eine bessere Zukunft

Foto: Globe Hope

Der Corona-Shutdown wird unsere Gesellschaft und unser Verhalten nachhaltig verändern. Die Richtung können wir als Verbraucher mitbestimmen.

Das finnische Forschungsprojekt FINIX – nachhaltige Textilsysteme hat eine Liste von finnischen Textilproduzenten veröffentlicht, die auch nach der Coronakrise wegweisend und innovativ nachhaltige Produktionsprozesse weiterentwickeln sowie Arbeitsplätze in Finnland sichern können.

Fast Fashion zerstört unsere Umwelt

Neben der Luftfahrt zählt die globale Textilindustrie zu den am meisten zur Umweltverschmutzung beitragenden Branchen. Ihr Anteil beträgt nahezu 10 %. Die Textilproduktion besteht aus einer langen und komplexen Zulieferkette, von der landwirtschaftlichen Produktion über industrielle Herstellung bis hin zur Logistik und dem Handel. Jede Stufe dieser Kette beeinflusst die Umwelt durch den Verbrauch von Wasser, Werkstoffen, Chemikalien und Energie.

Trotz der bekannten negativen Umweltaspekte wächst die globale Textilbranche weiter wegen der immer steigenden Nachfrage nach „fast fashion“, die auf billiger Herstellung, kurzlebigen Modetrends und oft minderwertiger Qualität basiert.

Textilbranche orientiert sich neu

Das in 2003 gegründete Ökodesignunternehmen Globe Hope setzt auf Wiederverwertung von Materialien. Foto: Globe Hope

Nach der jüngsten Umfrage des finnischen Verbandes für Textil und Mode gaben 65% der beteiligten Unternehmen an, dass die Coronakrise die Geschäftstätigkeit und die wirtschaftliche Lage des Unternehmens deutlich verschlechtern wird. Insbesondere solche Unternehmen, die Produkte für private Verbraucher herstellen, sind stark betroffen.

Eines der vorrangigsten Ziele nach dem Ende der Krise wird aus finnischer Sicht das Forcieren des Wechsels von einer ressourcenverschwendenden Textilproduktion hin zu verantwortungsvollen und der Kreislaufwirtschaft entsprechenden Herstellungsverfahren und Konsumverhalten. Viele finnische Textilhersteller sind in diesem Wandel bereits weit fortgeschritten im Vergleich zu den multinationalen Großproduzenten.

Nach einer Umfrage der Agentur für Nachhaltigkeitsdesign, Infine Oy, sind 57 % der Verbraucher in Finnland bereit, ihren Konsum langfristig zu verringern, um einer Umweltkrise vorzubeugen. Allerdings führt eine bloße Reduktion des Konsums nicht zur Entstehung von Geschäftsmodellen und Herstellungsprozessen, die die Kreislaufwirtschaft oder verantwortungsvolle Geschäftsprinzipien unterstützen. Vielmehr muss sich die verbleibende Produktion an den Prinzipien der Nachhaltigkeit und Verantwortung für die Umwelt orientieren.

Arbeitsplätze in Finnland sichern

Das fachübergreifende FINIX-Forschungsprojekt der Akademie Finnlands (Suomen Akatemia) hat eine Liste derjenigen Akteure der finnischen Textilbranche zusammengestellt, die sich bereits auf dem Weg zur nachhaltigen Produktion befinden und das Potenzial besitzen, weitere Arbeitsplätze in Finnland zu schaffen. Diese Unternehmen sollen durch die Kampagne #kestävävaate (nachhaltige Kleidung) unterstütz und ins Blickfeld der Verbraucher gebracht werden.

FINIX – nachhaltige Textilsysteme ist ein Forschungsprojekt, das die aktuellen Herausforderungen der Textilbranche lösen soll. Es bringt Spitzenforscher verschiedener Wissenschaftsdisziplinen zusammen und stellt den finnischen Textilunternehmen das erforderliche Knowhow zur Verfügung, um im Rahmen der Kreislaufwirtschaft erfolgreich agieren zu können. Darüber hinaus soll es die Verbraucher darin bestärken, den Weg zu einem maßvollen Konsum zu finden.

Quelle: Aalto/FINIX

Fotos: Globe Hope

 

Weitere Informationen:

Von FINIX empfohlene finnische Textilunternehmen (Liste wird lfd. aktualisiert):
https://docs.google.com/spreadsheets/d/1n-hFthncPrEQceYi8AIX8oQ5yT8xr9TIOra5jSQzlpg/edit#gid=0

Studie: The environmental price of fast fashion