Finnisch-Deutsche Handelsgilde in Hamburg

Äpy – vier Buchstaben, denen man vertraut!

Foto: Suomen Äpy-lehtien liitto ry

Pünktlich zum 1. Mai – in Finnland genannt vappu – geben die Studierenden der Technischen Universität von Helsinki, heute Teil der Aalto-Universität, alle zwei Jahre die mit viel Humor und Augenzwinkern gewürzte Wappuzeitschrift Äpy heraus. In diesem Jahr ist Äpy der Natur gewidmet.

Äpy entstand Weihnachten 1948 und vereinte die finnische Tradition der Weihnachtsmagazine sowie das von derzeit Arbeitslosen verkaufte Apu-Magazin (apu=Hilfe). Seit den 1960er Jahren erscheint Äpy in zweijährigem Abstand jeweils zum 1. Mai. Mit den Einnahmen aus dem Verkauf werden viele Projekte und Veranstaltungen gefördert, die allen Studierenden zugutekommen.

Im Leitartikel des diesjährigen Natur-Äpy schreibt der Chefredakteur Laulikki Äpy:

„Es heißt, dass die Finnen ein Waldvolk sei. Der etwas kauzige Fennoskandinavier fühlt sich im Schoße der Natur am wohlsten. Es wird dabei jedoch vergessen, dass wir auch ein Wappu-Volk sind. Der herzliche Finne aus Härmä umarmt seine Freunde und hebt das Glas auf das Leben. Die Ruhe ist für die Natur das, was das Ausflippen im Zusammenhang mit Wappu bedeutet. Und beides nistet ganz tief im Inneren unserer Seele. […..]

Äpy ist Zufriedenheit des Geistes ohne große Erwartungen an das Wachstum der Produktivität, eine Erinnerung an die wundersame Schönheit des Lebens und eine Ode an das geteilte Lachen. Produziert von einer Gemeinschaft, die ihr Bestes gibt, ist Äpy dem auf einer Halbinsel verwurzelten Volk gewidmet, seinem Lebenselixier.“

Prinzipien der verantwortungsvollen Redaktion der Wappu-Zeitschrift:

Nachhaltigkeit/Recycling: Wir verwenden unsere Witze mehrmals.

Soziale Verantwortung: Wir aktualisieren unsere Accounts in den sozialen Medien regelmäßig.

Menschenrechte: Jeder Mensch hat das Recht, Äpy-Verkäufer zu werden oder Äpy zu kaufen.

Kinderarbeit: Alle Redakteure sind volljährig und verhalten sich entsprechend.

Das Lesevergnügen beginnt mit der Warnung:

Indem du diese Verschlussklappe öffnest, akzeptierst du folgendes:

  • Die Lesebedingungen
  • Ein Abo für Äpy (2 Jahre, 1 Ausgabe)
  • Deinen eigenen Gemütszustand
  • Die Fakten
  • Den staatlichen Haushaltsplan
  • Den Urlaubsantrag deines Mitarbeiters für den 2.5.2019

Foto: Marianne Sinemus-Ammermann

Der Inhalt besteht aus aktuellem Wortwitz, kurzen Anekdoten, Gedichten und lustigen „Anzeigen“. Nach der Lektüre kann der Leser schließlich seine Origami-Fertigkeiten testen, indem er aus den vorgefalzten Blättern einen Fuchs (repå), eine Robbe (hylge) oder einen Schwan (för svann) faltet – mit steigendem Schwierigkeitsgrad, versteht sich.

Heerscharen von Studierenden verkaufen das Magazin in Helsinki und Umgebung. Dabei repräsentieren sie durch ihre bunten Overalls die jeweilige „Gilde“ ihrer Fachschaft und verwenden sehr unterschiedliche Verkaufstricks, um den Umsatz zu erhöhen – wie z.B. eine freundschaftliche Umarmung nach erfolgreichen Verkaufsverhandlungen.

Im Airport-Shuttle optimiert Emil Fihlman seinen Umsatz durch ein gutes „Feeling“ nach dem Kauf: je nach Tarif – 10 € für arme Studierende, 20 € für die Mittelschicht und 50 € aufwärts für die wohlhabende Oberschicht – steigt das Wohlbefinden des Käufers und die Gewissheit, etwas Gutes für die Wissenschaft geleistet zu haben. Emil studiert Bioinformatik und beantwortet die Frage nach dem vierten Buchstaben mit einem Augenzwinkern: „Wer kann denn schon alles wissen?“